Debian: Festplattensicherung

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Wer eine komplette Festplatte sichern möchte, kann dies entweder mittels Imaging Software tun oder dd verwenden

dd if=/dev/sda of=/media/sda.img

Sobald man aber versucht eine Festplatte mit Lesefehlern über dd zu kopieren wird man merken, dass dies nicht so einfach ist. Dd bricht entweder ab oder wird sehr langsam und fängt an jeden Sektor zig mal zu lesen. Für diesen Fall kann dd_rescue (Paket ddrescue) verwendet werden. Das Programm kann auch Festplatten mit Fehlern sicher, indem es diese Sektoren einfach ignoriert da diese wie gesagt ja sowieso nicht lesbar sind.

dd_rescue -A /dev/sda /media/sda.img

Das Image das in beiden Fällen entsteht kann anschließend auch auf einem anderen System als Laufwerk gemountet werden um zum Beispiel Dateien heraus zu kopieren.

mkdir /media/loop
mount -o loop sda.img /media/loop

Ebenso ist es möglich,  dass Image auf eine neue Festplatte zurück zu spielen. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass die neue Festplatte mind. gleich groß sein ist. Die GB Anzahl reicht hierbei nicht aus. Die Anzahl der Sektoren ist entscheidend, da zum Beispiel 80 GB Festplatten mit einer unterschiedlichen Anzahl von Sektoren verkauft werden.

dd if=/media/sda.img of=/dev/sda

Dd sowie dd_rescue können zwar auch NTFS Dateisysteme sichern, jedoch bietet Debian hierfür das Programm ntfsclone an, was im Paket ntfsprogs enthalten ist. Die mit ntfsclone erstellten Images sind i.d.R. kleiner als die mit dd/dd_rescue erstellten Images. Das liegt daran, dass ntfsclone die vorhandenen Daten sichert und nicht wie dd/dd_rescue alle lesbaren Daten was auch Dateifragmente gelöschter Dateien beinhaltet sichert. Demnach können aus einem ntfsclone Image keine gelöschten Daten wiederhergestellt werden.

Es ist auch möglich, ein DD Image über das Netzwerk auf die Festplatte einer andere Maschine zu schreiben. Dabei sollte evtl. darauf geachtet werden, dass in das Abbild nicht ungewollt Daten integriert werden zum Beispiel durch einen Portscan der sich kurzzeitig auf den entsprechenden Port connected.

slave% nc -l -p 9000 | dd of=/var/tmp/image_of_sda1
master% dd if=/dev/sda | nc <slave IP address> 9000

Nachfolgendes Beispielt sichert die NTFS Partition /dev/sda1 als Image.

ntfsclone --rescue /media/ntfs.img /mnt/dev/sda1

Diese Images lassen sich natürlich auch wieder mounten. Da ntfsmount selbstständig erkennt, ob es Blockgerät ist oder nicht, muss der Parameter -loop wie bei mount nicht mit angegeben werden.

In dieses Image kann auch geschrieben werden. Nur beim löschen ist darauf zu achten, dass das Image dadurch nicht wieder kleiner wird.

mkdir /media/loop
ntfsmount /media/ntfs.img /media/loop

Dieses Image kann ebenso wie ein dd Image auch wieder in eine entsprechende Partition zurück geschrieben werden.

ntfsclone -r -o /dev/sdc1 /media/ntfs.img
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Über den Autor

Seit der Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration (2002-2005) bei der DaimlerChrysler AG, beruflich im Bereich der E-Mail Kommunikation (Exchange, Linux) sowie des ActiveDirectory, mit entsprechenden Zertifizierungen (MCSE 2003, MCITP Ent.-Admin 2008, MCSE 2012, LPIC 1-3) tätig. Abgeschlossenes Studium zum Master of Science der IT-Management an der FOM sowie zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Aktuell im Projektmanagement tätig.

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